Bürgerinfo - Stadt Forst (Lausitz)

Auszug - Bericht zum Stand des Modellvorhabens "Das Forster Tuch"  

 
 
4. Sitzung des Planungsausschusses
TOP: Ö 6
Gremium: Planungsausschuss
Datum: Do, 19.08.2004 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 21:45
Raum: Rathaus Promenade 9, 03149 Forst (Lausitz)
Ort: Sitzungsraum 211

Herr Goldschmidt informierte den Planungsausschuss einleitend darüber, dass es sich bei den Aktivitäten um das Forster Tuch um ein Modellvorhaben handelt, welches seitens des Bundes gefördert wird

Herr Goldschmidt informierte den Planungsausschuss einleitend darüber, dass es sich bei den Aktivitäten um das Forster Tuch um ein Modellvorhaben handelt, welches seitens des Bundes gefördert wird. Im Rahmen der Stadterneuerung soll dieses Projekt der Öffentlichkeit zugäng­lich gemacht werden. Er wies darauf hin, dass die Stadtentwicklung nicht mehr nur als reiner Bauprozess gesehen werden kann, sondern es sich hier um ein Programm der Wirtschafts­förderung, der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Kombination mit vielen kleinen Schritten und Initiativen handelt. Die Aufgabe des Stadtumbaus ist es, neben der Infrastruktur und dem Bau sich damit zu befassen, wie man die Menschen ihre Stadt begreifen und sie umgestalten – das ist die Philosophie des Forster Tuches.

 

Herr Kissling informierte über die Aktivitäten im Rahmen der vier Handlungsfelder

 

1.      Freiraumgestaltung/Stadtumbau Ost

2.      Wirtschaft

3.      Bildung

4.      Deutsch-polnische Beziehungen

 

Im Rahmen des Projektes “Das Forster Tuch” wurden 3.000 Bürgerbefragungen durchgeführt, ca. 1.000 wurden bis jetzt ausgewertet. Ca. 70 % der Befragten sehen das Hauptproblem in der Arbeitslosigkeit.

 

Zu den Aktivitäten im Rahmen der vier Handlungsfelder – siehe Anlage 1 zur Niederschrift!

 

Herr Lindner dankte für die Ausführungen und bat die Ausschussmitglieder um Meinungs­äußerung.

 

Herr Buttermann führte aus, dass positive Dinge angearbeitet wurden, die zeigen, dass es etwas vorangeht und man auch einen Erfolg erkennen kann. Ihn interessiert, wie lange Spacewalk noch in Forst (Lausitz) tätig sein wird und wie es danach weitergehen soll. Es wurden von Spacewalk viele Aktivitäten entwickelt, jedoch dürfen wir jetzt nicht an einem Punkt stehen bleiben. Es müssten Personen gefunden werden, die an die Situation herangeführt werden und diese Arbeit weiterführen. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in Forst sollte dieser Personen­kreis vorrangig dafür gewonnen werden.

 

Herr Kissling führte dazu aus, dass seit Januar 2004 zwei Arbeitskräfte ehrenamtlich das Büro von Spacewalk betreuen sowie 15 Forster täglich beim Aufbau und im Büro helfen. Seitens Spacewalk wurde alles getan, um den jetzigen Stand zu erreichen, jetzt liegt es an den Bürgern der Stadt Forst (Lausitz), die Strukturen weiterzuführen.

 

Herr Buttermann fragte an, ob es einen einheitlichen Konsens zum Forster Tuch in der Verwaltung gibt oder ob es auf einzelne Bereiche beschränkt ist.

 

Dazu antwortete Herr Kissling, dass es durchaus Zeit braucht, bis sich etwas ändert und sicherlich nicht alle einer Meinung sind. Entscheidend ist, dass die Arbeit von Spacewalk fortgeführt wird und das wird sich erst zeigen, wenn sich Spacewalk aus Forst zurück­gezogen hat.

 

Herr Auerswald fragte an, warum die Souvenirs im Rahmen des Festivals “Das Forster Tuch” nicht in Forst hergestellt wurden. Dazu wurde ausgeführt, dass der Zeitrahmen zur Herstellung der Souvenirs sehr eng war und  vor allem die Stoffe für T-Shirts in Deutschland nicht für diesen Preis hergestellt werden können. Herr Reibetanz ergänzte, dass es nicht von Anfang an die Idee gab, derartige Artikel herzustellen. Erst im Rahmen von Gesprächen im textilen Bereich wurde eine funktionierende Firma, die sich auf die Herstellung von Arbeitsbekleidung speziali­siert hat, gefunden, die bereit ist, den Vertrieb dieser Merchandising-Artikel von Forst aus zu organisieren.

 

Herr Buttermann führte aus, dass es der Grundgedanke war, Forst (Lausitz) bekannt zu machen, Investoren anzuwerben und Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu antwortete Herr Kissling, dass der Vertrieb der Artikel über Stadtmarketing und Fremdenverkehr übernommen werden kann.

 

Herr Goldschmidt erläuterte, dass mit diesen Werbeartikeln für Forst Werbung gemacht werden soll und damit die Marke “Das Forster Tuch” eingeführt werden. Es handelt sich um Artikel, die die Forster Bürger selbst kreiert haben, dieses Design ist die Arbeit von Forster Bürgern.

 

Herr Averdiek fragte sehr konkret, woran es liegt, dass Spacewalk nicht weiter in Forst (Lausitz) bleiben wird. Es kann nicht sein, dass das Ergebnis der gesamten Aktion ein paar Werbeartikel sind und Spacewalk sich dann nach Leipzig verabschiedet. Dazu wurde von Herrn Kissling sehr energisch klargestellt, dass Spacewalk ein Angebot von der Stadt Forst (Lausitz) über 25.000 EUR erhielt. Normalerweise kann mit diesem Betrag ein solches Projekt nicht ange­gangen werden. Spacewalk wollte es dennoch versuchen. Obwohl es keine Förderung gibt und die Finanzierung zum Großteil selbst getragen werden muss, ist die Kulturstiftung des Bundes auf die Idee gekommen, das Projekt “Das Forster Tuch” bei der Abschlusskundgebung in Leipzig vorzustellen. Damit wird dieses Projekt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Frau Geisler informierte die Ausschussmitglieder, dass Spacewalk noch einen Vertrag bis zum Jahresende 2004 hat.

 

Herr Lindner führte abschließend aus, dass Herr Kissling über sehr viele Projekte gesprochen hat. Dieses Projekt “Das Forster Tuch” kann jedoch nur etwas werden, wenn es durch die Bürger der Stadt Forst (Lausitz) weiter getragen wird. Wir brauchen positiv “Verrückte”, die sich in dieses Projekt einbringen und es weiterführen. Wir sollten in dieser schwierigen Zeit versuchen, uns selbst zu organisieren, vorwärts zu bringen und das Angefangene weiterzufüh­ren.

 

Anschließend gab Herr Reibetanz einen Überblick über die städtebaulichen Entwicklungen im Rahmen des Beteiligungsverfahrens “Das Forster Tuch” und die Gestaltung am Markt 9 – 16 (siehe Anlage 2 zur Niederschrift).

 

Herr Lindner dankte Herrn Reibetanz für die Ausführungen und bat um Meinungsäußerung.

 

Herr Buttermann begrüßt die Herangehensweise, die Grundstücke nach einem städtebaulichen Wettbewerb mit einer kleinteiligen und schrittweisen Bebauung zu gestalten. Aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Situation der Stadt geht es darum, sich auf bestimmte Dinge zu konzentrieren. Worauf sollte sich die Stadt konzentrieren, die finanziellen Mittel einzusetzen. Herr Reibetanz sieht dies als einen schwierigen Prozess, da die Aufgaben sehr vielschichtig laufen. Das Stadtzentrum sollte kontinuierlich wieder aufgebaut werden, vorerst mit einem kleinen Bereich Cottbuser Straße/Bahnhofstraße/Kleine Amtstraße mit dem Schwerpunkt der Promenade.

 

Herr Lindner appelierte an die Fraktionen, das hier Gehörte zum Forster Tuch den Stadtverord­neten und Bürgern zu vermitteln.

 

Abschließend sprach Herr Kissling eine Einladung an alle Fraktionen, Stadtverordneten und Bürger aus, an der Tagung im Rahmen des Festivals “Das Forster Tuch” am 26. Und 27.08.2004 teilzunehmen und ihre Anregungen und Hinweise einzubringen.